musicians (selection)

MUSICIANS (SELECTION)

meine faszination für den jazz führte mich früh zur fotografie. zunächst war es die musik, die mich anzog – bald aber auch jene besonderen momente, die sich zwischen den tönen ereignen: die konzentrierte stille beim soundcheck, ein blick, eine bewegung, das licht auf einer bühne. die fotografie eröffnete mir einen unmittelbaren zugang zur welt der musiker und zu einer atmosphäre, die sich oft nur für einen augenblick zeigt.

heute widme ich mich der jazzfotografie nur noch gelegentlich. das konzentrierte hören der musik ist für mich wichtiger geworden als der blick durch den sucher. nicht jeder moment muss festgehalten werden, um in erinnerung zu bleiben. auch die rahmenbedingungen der konzertfotografie haben sich verändert. strengere vorgaben durch veranstalter, konzert- und musikagenturen bestimmen zunehmend, wie nah die fotografie noch an das geschehen auf der bühne herankommen darf.

für mich steht jedoch immer die musik im mittelpunkt. deshalb muss ich nicht mehr bei jedem konzert die kamera in die hand nehmen. manchmal ist es wichtiger, einfach zuzuhören und den moment geschehen zu lassen. und dennoch bleibt die jazzfotografie meine besondere eintrittskarte in diese welt. sie erlaubt mir, mich der musik auf eine andere weise zu nähern – über licht und körper, über blicke und gesten, über die stille zwischen zwei tönen. dort beginnt für mich das bild.

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selection 1996–2009